Lesen Frauen anders?

 

Frauen lesen vergleichsweise viel, ohne damit unbedingt ein Ziel zu verfolgen. Für eine Leserin ist es kein Widerspruch, beim Friseur in einer Frauenzeitschrift zu blättern, den neuesten Promitratsch zu lesen, abends einen anspruchsvollen Roman in die Hand zu nehmen und sich mittags mit Fachliteratur auseinanderzusetzen. Je nach Bedarf, Situation und Stimmung wird das Lesen als Bildung, Ablenkung, Information oder Genuss verstanden.

 

Männlichen Lesern dagegen wird nachgesagt, das Lesen als Mittel zum Erreichen eines Zieles zu verwenden. Hier sollen zwei wesentliche Aspekte im Mittelpunkt stehen: sich Informationen und Fachwissen anzulesen, um in einem gewünschten Bereich Kompetenz zeigen zu können, oder die in Literaturkreisen gelobten Bücher kennenzulernen, um den Status eines Belesenen zu erlangen.

 

Natürlich gibt es auch viele Mischformen und selbstverständlich kann man die Leser nicht auf typisch weiblich und typisch männlich reduzieren. Dafür ist der Mensch zu komplex und jedes Individuum in seinem Verhalten einzigartig. Aber auf die Gruppen als Ganzes bezogen gibt es erkennbare Unterschiede.